Baseball Ag “Der erste Tag”

Coach Benji beim Baseball5 Schlag

Am Mittwoch hiess es wieder Baseball AG an einer Oberschule.

Mit dem Start in das neue Schuljahr sind es auch immer neue Kids die ich sehe. Das tut gut und macht auch Vorfreude nicht nur weil das Wetter in dem 2. Schul-Halbjahr zum Ende immer besser wird, so dass man auch im freien Sport treiben kann. Außerdem habe ich mich auch auf die coolen AG Kollegen gefreut mit denen man vieles Teilen kann und die man wöchentlich wieder trifft. Letztes Jahr hat die Handball AG immer mit uns zusammen trainiert und so wurde aus zwei Gruppen ganz spontan eine Gruppe mit zwei AG Leiter:innen.

Dieses Mal habe ich von der Schule eine 16-köpfige Gruppe aufgebrummt bekommen. Es sind Kids aus der siebten bis neunten Klasse. In der Gruppe sind zwei Mädchen und der Rest sind Jungs. Als ich an der Turnhalle ankam waren schon ein paar Kids am warten und begrüßten mich ganz freundlich.

In der Turnhalle habe ich erstmal gecheckt ob und wieviel Platz ich habe und wer sich mit mir die Halle teilt. Der Flag-Football Coach war schon Vorort und wirkte gut gelaunt. Also Flag-Football! Ist wahrscheinlich eine Variante die man ohne viel Aufwand (Niedrigschwellig) in der Schule anbieten kann.

Ein Schüler bat mich seine Mutter anzurufen weil ihm der Magen weh getan hat. “Ruf doch selber deine Mutter an! Seit wann hast Du denn Bauchschmerzen?” “Seit ungefähr einer halben Stunde.” Ein Sportlehrer stellt sich zu uns und hört zu. Ich frage den Schüler: “Hast Du heute schon was gegessen?” “Nee.” Der Lehrer sagt: “Dann stimmt alles mit Dir, dein Magen knurrt weil du Hunger hast.”

Egal, denn der Nächste stand schon parat mit einer Pre-Unterrichts-Information. “Herr Kleiner ich muss um 14.20 zur Klassenkonferenz die um 14.30 anfängt.” “Ok, dann stell dir einen Wecker.”

Jetzt kann es endlich losgehen.

Der Blick in die Turnhalle zeigt einige Kids die sich einen Basketball geschnappt haben und ein paar Körbe werfen und ein paar sitzen auf der Bank. So richtig Sportzeug hat eigentlich nur Einer an. Ich mach mich erstmal bemerkbar und bitte die Kids die Bälle wegzupacken und sich auf die Bank zu setzen. Das dauert natürlich immer länger als es die Geduld eigentlich erlaubt. Es sitzen alle und ich frage sie nach ihren Namen und welche ihre Lieblings Sportart ist. Einer ist auch dabei der schon Baseball im Verein gespielt hat. Die meisten sagen natürlich Fussball. Sie zeigen alle Interesse am Sport. Das wird also die Gruppe mit der ich die nächsten 15 Termine trainieren darf. Zu Erwachsenen sind sie ziemlich respektvoll. Sie dürfen entscheiden was zum Aufwärmen gespielt wird. Das erste Spiel ist Zombiball a.k.a. Tigerball a.k.a. Dodgeball. Ein paar sind gut dabei und andere bewegen sich nur sporadisch, eigentlich ein Trauerspiel zum zugucken. Die Mädels hängen aufeinander und tuen so als wären sie Luft. Können sich gar nicht für das Spiel begeistern. Es sind vielleicht 3 Jungs die gut dabei sind. Einer zeigt Nervenschwäche weil es nicht so läuft wie er es sich wünscht. Er legt sich mit einem Spieler aus dem anderen Team an und sie wollen kämpfen.

Zeit das Spiel zu unterbrechen und was anderes zu probieren.

Ich versuche es mit Baseball5 Übungen. In einer Gasse mit dem Partner einwerfen. Von den Kids kann einer so werfen, dass der Partner ohne sich viel zu bewegen auch den Ball regelmäßig fangen kann. Das Fangen ist für alle ziemlich schwierig, das Licht in der Halle macht es nicht einfacher. Nach ein paar Minuten versuche ich es wieder mit ein bisschen Competition. Zwei Teams die Staffel-Wallball spielen. Nach ca. 7 Minuten ist das auch durch. Die Kids werfen nicht gut und beim fielden von Groundballs benutzt jemand den Fuß. Meine Nackenhaare stehen bei dem Anblick sofort zu Berge.

Wir setzen uns alle und ich halte einen Vortrag über den Sinn von Sport… Wettkampf, Miteinander und Gesundheit. Ich stelle den Kids die Frage wer von ihnen was gefrühstückt hätte und ob sie heute schon was gegessen hätten. Es melden sich von den 10 Kids in der Halle nur Zwei.

“WAAAAS? Das ist so als würde man in einem Autorennen mit nicht genug Benzin im Tank an Start fahren.” Kein Wunder das die Kids sich nicht konzentrieren und gar nicht sportlich betätigen können.

Der nächste Versuch ist es den Kids mit Kickball das Baseballspiel so langsam näherzubringen. Das klappt auch ziemlich gut, denn Schießen können sie alle irgendwie und auch die Regeln vom Brennball sind allen vertraut. Wir spielen ein paar Durchgänge und es macht spaß. Die Kids bewegen sich und lachen dabei. Die Doppel-Stunde kommt zum Ende und wir setzen uns zum Feedback Gespräch nochmal hin. Der Junge ist von der Klassenkonferenz auch wieder zurückgekehrt und wirkt erleichtert. “Ich habe ne Gelbe Karte bekommen”, sagt er. Beim einpacken der Ausrüstung unterhalte ich mich mit den Coaches der Handball und Flag-Football Ag. Die sind cool und hatten auch anscheinend ähnliche Erfahrungen in der ersten gesammelt…

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