Unser Summer Ball beim DoKom21 SuperCup in Dortmund

Lange ist es her, dass ich gegen die US-Amerikaner in den McNair Barracks Baseball gespielt habe. Mein damaliger Trainer Duane P. hatte es uns ermöglicht, als junge Baseballkids zwischen 10 und 14 Jahren ein paar Freundschaftsspiele gegen die Teams der US-Streitkräfte zu absolvieren. Schon beim Aufwärmen war klar: An diesem Tag hatten wir keine Schnitte.
Auf dem Pitcher-Hügel stand ein etwas pummeliges Kind mit einer nerdigen Brille. Als ich in der Batters Box stand, warf er – ein Lefty – einen Fastball mit so viel Movement, dass mein Schwung startete, als der Ball längst im Handschuh des Catchers klatschte. Spätestens in diesem Moment galt: Don’t judge a book by its cover – und dieses Team zu schlagen, würde ein schier unmögliches Vorhaben werden.
Nichtsdestotrotz waren diese Spiele etwas ganz Besonderes. Nach dem Spiel gingen wir gemeinsam in den AAFES-Shop Pizza essen und haben gefühlt den Softdrink-Automaten leergekauft. Damals gab es Dr Pepper schließlich noch nicht an jeder deutschen Tankstelle…

Zeitsprung ins Jahr 2026
Mittlerweile stehe ich auf der anderen Seite der Line. Als Coach gebe ich heute Kindern die Möglichkeit, intensiv Baseball zu spielen und genau diese prägenden Erfahrungen zu sammeln – so wie letzte Woche mit unseren Candy Bombers beim DoKom21 SuperCup in Dortmund.
Auch dieses Mal blieb uns der reine sportliche Erfolg in Form von Pokalen verwehrt. Und doch war das Turnier ein voller Gewinn. Ein solches Wochenende lebt von Höhen und Tiefen, von sportlichen wie zwischenmenschlichen Highlights, aber auch von lehrreichen Erkenntnissen:
- Kampfgeist & Moral: Selbst bei hohem Rückstand im Spiel nicht aufzugeben und sich wieder heranzukämpfen, zeigt Charakter. Den hatten die Kids ohne Zweifel.
- Steigerung im Turnierverlauf: Während wir uns zu Beginn als Mannschaft noch finden mussten, lief das Zusammenspiel von Spiel zu Spiel flüssiger. Irgendwann brauchte es für viele Abläufe keine großen Erklärungen mehr – der Fokus lag auf dem Wesentlichen.
- Lerneffekt in der Crunch Time: Wir haben Fehler gemacht und in entscheidenden Drucksituationen nicht immer funktioniert. Das gehört zur Wahrheit dazu.
| „Doch genau das ist das Schöne am Sport: Er bietet einen geschützten Raum, in dem man scheitern darf, um genau daran zu wachsen.“ |
Leidenschaft im Hoeschpark
Die Rahmenbedingungen in Dortmund waren dafür nahezu ideal. Die Organisation des DoKom21 SuperCups war absolut top. Sechs Teams traten im Hoeschpark gegeneinander an, und die Anlage sprühte nur so vor sportlicher Leidenschaft:
- Auf dem Nebenfeld trainierte Alexandra Popp mit der Frauenmannschaft des BVB.
- Im Calisthenics-Park standen Fitness-Influencer vor ihren Stativen und taten das, was sie am besten können: flexen.
- Kleine Geschwisterkinder feuerten ihre Brüder auf dem Feld mit Herzblut an, bis die Stimme versagte.
- Und die Eltern nahmen ihre Rolle als Verpfleger und Unterstützer für die Teams mehr als ernst.
Am Ende des Tages bleibt eine simple, aber fundamentale Erkenntnis: Let the kids play.
Coach Benji






















